Endokrine Chirurgie/Referenzzentrum für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie

Die endokrine Chirurgie hat sich in den letzten Jahren zu einem hoch spezialisierten Teilgebiet der Allgemein- und Viszeralchirurgie entwickelt. Sie umfasst die Diagnostik und operative Therapie der Erkrankungen der

  • Schilddrüse
  • Nebenschilddrüsen
  • Nebennieren
  • Neuroendokrinen Tumoren (NET-Tumore) des Magen-Darmtraktes und der Bauchspeicheldrüse
  • MEN-Syndrome (familäre multiple endokrine Neoplasie - Syndrome)

Endokrine Chirurgie - Prof. Dr. Arnold Trupka

Datum: Mittwochs

Uhrzeit: 15.30 bis 17.30 Uhr

Beschreibung: Erkrankungen der Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Nebenniere, Bauchspeicheldrüse
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Endokrine Chirurgie - Oberärztin PD Dr. Corinna Wicke

Datum: Dienstags

Uhrzeit: 14:00 bis 16:00 Uhr

Beschreibung: Erkrankungen der Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Nebenniere, Bauchspeicheldrüse

Privatsprechstunde Prof. Dr. Arnold Trupka

Med. Sprechstunden

Datum: Mo, Di, Do von 15.30 bis 16.30 Uhr und nach Vereinbarung

Schilddrüse

In Deutschland werden jährlich etwa 120.000 Operationen an der Schilddrüse durchgeführt. Die Schilddrüsenoperation zählt damit, neben Operationen an der Gallenblase, Operationen bei Leistenbrüchen sowie Operationen am Wurmfortsatz („Blinddarm“) zu den vier häufigsten Eingriffen der Viszeralchirurgie.

Neben der klassischen Jodmangelstrumawerden schwerpunktmäßig Patienten behandelt mit

  • Morbus Basedow
  • Schilddrüsenkarzinom
  • Rezidivstruma
  • MEN-Syndromen

Wir führen sämtliche Operationen an Schild- und Nebenschilddrüse mit einer Lupenbrille durch (Vergrößerung 2,5-fach), um die feinen Strukturen des Stimmbandnerven und der Nebenschilddrüsen besser erkennen und schonen zu können. Darüber hinaus verwenden wir routinemäßig das intraoperative Neuromonitoring zur sicheren Identifizierung und Überwachung des Stimmbandnerven. Damit kann das Risiko einer bleibenden Schädigung des Stimmbandnerven minimiert werden.

Etwa 10 % der Eingriffe an der Schilddrüse können heute in minimalinvasiv videoassistierter Technik (MIVAT) über einen 2 cm großen Hautschnitt durchgeführt werden. Neben geringeren Schmerzen und einer kleinen Narbe besteht ein großer Vorteil in der sehr schnellen Rekonvaleszenz der Patienten (Entlassung aus dem Krankenhaus nach 1–2 Tagen).

Nebenschilddrüsen

In der Chirurgie der Nebenschilddrüsenwerden alle Eingriffe bei

  • primärem Hyperparathyreoidismus (pHPT)
  • sekundärem Hyperparathyreoidismus (sHPT)
  • rezidivierendem oder persistierendem Hyperparathyreoidismus
  • primärem Hyperparathyreoidismus bei MEN–Syndromen

ebenfalls unter Einsatz der Lupenbrille und des intraoperativem Neuromonitorings des Stimmbandnerven durchgeführt.

Bei allen Eingriffen wegen einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen erfolgt die intraoperative Bestimmung des intakten Parathormons (iPTH) mit einem Schnelltest, um bereits während der Operation eine sichere Erfolgskontrolle des ausreichenden Abfalls des iPTH in den Normbereich zu haben.

40–50 % der Eingriffe beim primärem Hyperparathyreoidismus können heute in minimalinvasiv videoassistierter Technik (MIVAP) über einen 1,5–2 cm großen Hautschnitt durchgeführt werden. Neben geringeren Schmerzen und einer kleinen Narbe besteht ein großer Vorteil in der sehr schnellen Rekonvaleszenz der Patienten (Entlassung aus dem Krankenhaus nach 1–2 Tagen).

Nebenniere

Die Eingriffe der Nebenniere erfolgen bevorzugt minimalinvasiv in laparoskopischer Technik. Bei Karzinomverdacht oder sehr großen Tumoren werden die Eingriffe nach onkologischen Kriterien in konventioneller Technik vorgenommen. Folgende Tumoren eignen sich bis zu einer Größe von etwa 6 cm für ein minimalinvasiv-laparoskopisches Vorgehen:

  • Conn-Syndrom (in der Regel sehr kleine, gutartige Adenome der Nebennierenrinde)
  • Cushing-Syndrom (bei Adenom einer Nebenniere oder beidseitiger Hyperplasie)
  • Phäochromozytom (ein- oder beidseitiger Tumor des Nebennierenmarkes)
  • Inzidentalom (zufällig entdeckter, hormoninaktiver Nebennierentumor)

Minimalinvasive endokrine Chirurgie

Wenn möglich erfolgen die Eingriffe an der Schilddrüse, den Nebenschilddrüsen und an der Nebenniere in der sog. „Schlüssellochtechnik“. Die Vorteile für unsere Patienten liegen hier in geringeren postoperativen Schmerzen, geringerem Blutverlust und deutlich günstigerer Kosmetik, verbunden mit einer sehr raschen Genesung. Folgende Eingriffe der endokrinen Chirurgie können in unserer Klinik in minimalinvasiv videoassistierter Technik durchgeführt werden:

  1. Minimalinvasive, videoassistierte Schilddrüsenresektion (MIVAT)
  2. Minimalinvasive, videoassistierte Nebenschilddrüsenresektion (MIVAP)
  3. Laparoskopische, transperitoneale Adrenalektomie in Seitenlage (Nebennierenentfernung)
  4. Laparoskopische, transperitoneale Nebennieren-Teilresektion (Teilentfernung der Nebenniere bei bestimmten Tumortypen)

Tumorkonferenz/Radiojodtherapie

Bei allen bösartigen Erkrankungen der endokrinen Organe erfolgt eine interdisziplinäre Fallbesprechung in der wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz unter Einbeziehung der beteiligten Fachdisziplinen (Onkologie, Gastroenterologie, Strahlentherapie, Radiologie, Pathologie). Bei neuroendokrinen Tumoren des Magen-, Darmtraktes und der Bauchspeicheldrüse werden hier individuelle multimodale Therapiekonzepte nach den neuesten Erkenntnissen und Leitlinien erarbeitet, um für jeden einzelnen Patienten ein optimales Therapieergebnis erzielen zu können.
Bei differenzierten Schilddrüsenkarzinomen erfolgt eine postoperative Radiojodtherapie in langjähriger und ausgezeichneter Kooperation mit der Klinik für Nuklearmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München an den Standorten Innenstadt und Großhadern.
 

Chefarzt
Prof. Dr. med. Arnold Trupka

Ärztlicher Direktor

PD Dr. Corinna Wicke

Oberärztin Endokrine Chirurgie

Anmeldung und Sekretariat
Simone Helfrich

Tel.: (0 81 51) 18-22 70
Fax: (0 81 51) 18-22 08